Feierliche Übergabe des AdM-Archivs

Februar 27th, 2012

 – als Dauerleihgabe an die Ievos Simonaitytes Bibliothek in Memel.

Am 05.Oktober übergab die Arbeitsgemeinschaft der Memellandkreise offiziell das AdM-Archiv als Dauerleihgabe an die Simonaitytes Bibliothek in Memel / Klaipeda. Zu dieser Feierstunde kamen rund 120 interessierte Besucher. Die Ausstellung von einigen Büchern, Dokumenten und Bildern, liebevoll zusammengestellt von Frau Jurga Bardauskiene und Frau Victorija Intaite von der bibliographischen  und landeskundlichen Abteilung, in der das Archiv untergebracht ist, fand großes Interesse. Zur Einleitung spielte ein junges Damen-Streichorchester. Direktor Juoszas Siksnelis begrüßte die Anwesenden und brachte seine Freude zum Ausdruck, so ein großes Archiv verwalten zu können. Die Bibliothek werde es hegen und pflegen und meinte, dass man bereits nach  grober Durchsicht des Archivs  wohl die Geschichte Memels neu schreiben werden müsse.  In seiner Ansprache ging der Bundesvorsitzende der AdM Uwe Jurgsties auf die Geschichte des Memellandes ein, sprach von der Gründung und den vielfältig geleisteten Aufgaben der AdM. Außerdem erwähnte er den Werdegang des Archivs mit seinen verschiedenen Standorten und Archivaren und wie es schließlich zu dem Kontakt mit der Bibliothek in Memel kam. Danach fand die feierliche Vertragsunterzeichnung statt, natürlich mit großem Interesse der anwesenden Medien, sei es das litauische Fernsehen oder die örtliche Presse. In den anschließenden Grußworten des Deutschen Botschafters in Wilna Matthias Mülmenstädt, dem Bürgermeister der Stadt Memel / Klaipeda Vytautas Grubliauskas, Prof. Vygantas Vareikis von der Universität Klaipeda, dem ehemaligen Bürgermeister von Memel Rimantas Taraskevicius und Alexander Popov vom Kunstliebhaberverein Nidden, kam die positive Resonanz zum Ausdruck, daß das AdM Archiv sich  nun in dieser modernen und mit allen technischen Geräten bestens ausgestatteten Bibliothek befindet.  Ein großer Dank an Rasa Miuller, die alle Ansprachen und Grußworte hervorragend dolmetschte.
Danksagungsurkunden, unterzeichnet vom Bürgermeister der Stadt Memel, wurden an U. Jurgsties, G. Pietsch, K. Gogolka und W. Boes übergeben für ihre zuletzt geleistete Arbeit am Archiv.

Von der AdM waren zu dieser Übergabe außerdem der zweite stellv. Bundesvorsitzende Viktor Kittel mit seinem Sohn Volker, die Kreisvertreter von Heydekrug Herbert Jaksteit und Pogegen Gerhard Schikschnus gekommen. Ferner konnte Gerd Balzer begrüßt werden. Anschließend wurde das AdM-Archiv besichtigt und man stärkte sich mit einem Imbiss und Getränken. Der Eingang des Archivs ist mit der Aufschrift “adm-archyvo” versehen und das gesamte Material in den Regalen des hellen, wohltemperierten Raumes einsortiert.

Karin Gogolka
2.Bundesvorsitzende

15 Jahre Simon-Dach-Haus Memel
Im Anschluß fand im Simon-Dach-Haus in Memel im kleinen Kreis eine Feier zum 15jährigen Bestehen des Hauses statt. Der Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Litauen Matthias Mülmenstädt und seine Gattin Sylvi ließen es sich nicht nehmen, persönlich daran teilzunehmen. Die Vorsitzende des Deutschen Vereins Magdalena Piklaps und Rasa Miuller führten die Gäste durch das Haus. Bei der Dia-Vorführung im Saal bekam das Botschafter-Ehepaar einen Eindruck, wie das Haus einmal ausgesehen hat, was alles geleistet wurde in den vergangenen Jahren und welche Veranstaltungen durchgeführt wurden. Im Jahre 2010 kamen 5125 Besucher zu 103 Veranstaltungen.

Am liebevoll gedeckten Tisch mit einer großen Geburtstagstorte, gestiftet von Manfred Wagener von der Firma Baltours aus Nidden, gebacken vom deutschen Bäcker Hinrichsen von der Bäckerei Prökuls und verziert vom Schweizer Max Hämmerli, ließen es sich die Vereinsmitglieder und ihre Gäste bei guten Gesprächen munden.

Es ist das erste Mal in der Geschichte des deutschen Vereins und des Simon-Dach-Hauses, daß ein Deutscher Botschafter in Litauen sich die Zeit nimmt, das SDH zu besichtigen und sich auch die Sorgen und die Nöte des Vereins anhört. An dieser Stelle herzlichen Dank dem Deutschen Botschafter und seiner Gattin Sylvi.

Karin Gogolka
2.Bundesvorsitzende

Tag der Deutschen Einheit in Wilna.
<p align=”justify”>Aus Anlass des Tages der Deutschen Einheit und des 20. Jahrestages der Wiederaufnahme der deutsch-litauischen diplomatischen Beziehungen am 3.Oktober luden der Botschafter der Bundesrepublik Deutschland Matthias Mülmenstädt und seine Gattin Sylvi in die Litauische Nationale Philharmonie in Wilna zu einem Konzert mit anschließendem Empfang ein. Der Monteverdi-Chor Hamburg  unter der Leitung von Gothart Stier und der staatliche Chor “Vilnius” unter der Leitung von Povilas Gylys führten Werke von Monteverdi, Mendelssohn Bartholdy, Bach, Brahms, Simkus, Ciurlionis und Liszt auf. Gemeinsam sang man die Litauische und die Deutsche Nationalhymne.

Der Deutsche Botschafter hielt eine kurze Ansprache in deutsch und litauisch, obwohl er doch erst seit vier Wochen im Land ist.

Beide Chöre sangen klangvoll und stimmgewaltig. Es war ein Hochgenuß. Die rund 600 geladenen Gästen spendeten langanhaltenden Applaus. Beim anschließenden Empfang lernten die Vertreter der AdM wieder interessante Menschen kennen und frischten alte Beziehungen auf.

Karin Gogolka
2.Bundesvorsitzende

Ansprache vom Direktor der I.Simonaitytes Bibliothek, Juozas Siksnelis

Februar 27th, 2012

Das neue “Zuhause” des AdM-Archivs

Die Geschichte unserer Stadt hat ihren eigenen Lauf, die Menschen bilden Parteien, vereinigen sich in verschiedene Gruppen und je nach dem, ob sie von guten Absichten oder bösem Vorhaben geleitet werden, verdrehen den Lauf der Geschichte.

Mit der Zeit geben sich Menschen mit dieser Lage zufrieden, vergessen von den Fälschungen der Geschichte und unterwürfig wiederholen Lügen, die irgendwann mal von denen ausgedacht wurden, die den Lauf der Geschichte verdreht haben.

Die Zeit vergeht, die Geschichte der Stadt zählt schon siebenhundertsechzig Jahre und wir wiederholen immer noch wie verzaubert lebendige Märchen ohne nachzudenken, dass Menschen, die in unserer Nachbarschaft gewohnt haben, sich immer noch gekränkt fühlen, sie wollen nicht und können nicht sowohl die Unwahrheiten als auch die verdrehete Geschichte akzeptieren.

Wir leben im vereinigten Europa, sind sehr stolz darauf und freuen uns, obwohl wir uns aus der Welt der Mythen noch nicht ganz befreit haben, der natürliche Lauf der Stadtgeschichte ist noch nicht ganz wiederhergestellt  und ich hoffe, dass das Material des AdM Archivs hilft uns, es zu vollbringen.

Der Weg des Archivs nach Klaipeda war nicht besonders windungsreich aber auch nicht gerade und bequem wie eine Autobahn.

Dank dem vorherigen Bürgermeister Herrn Rimantas Taraskevicius habe ich den Vorsitzenden der AdM Herrn Uwe Jurgsties kennen gelernt. Ich gebe zu, es war kein Zufall.

Ich habe darauf hingearbeitet und Rimantas Taraskevicius wie ein erfahrener Weichensteller hat die Vertreter der AdM in die Bibliothek geleitet.

Das erste Gespräch war mehr ein Kennenlernen und man konnte noch nicht davon ausgehen, dass schon so bald wir konkrete Schritte besprechen werden. Die Gäste sind weggefahren weder ja noch nein gesagt zu haben und haben lange geschwiegen. Aber ich habe meinen Mut nicht sinken lassen: schrieb Briefe, erklärte die Strategie, was wir mit dem Archiv vorhaben.

Der vorherige Bürgermeister Rimantas Taraskevicius war auch nicht untätig, es wurde ein verbindlicher Brief unterzeichnet, in dem die Haftung für das Archiv versprochen wurde.

Im Mai 2011 war das Eis endgültig gebrochen, und wir sprachen schon über ganz konkrete Schritte: Transport des Archivs und seine Übername. An der Stelle möchte ich betonen, dass wir die ganze Zeit mit Hilfe eines Dolmestchers kommunizierten aber wir haben doch dieselbe Sprache gesprochen, weil wir über wichtige Angelegenheit für uns alle gesprochen haben: über unsere Heimatstadt und die Berichtigung ihrer Geschichte.
Das Ergebnis – das Archiv in unserer Stadt zeugt davon, dass wir einander ausgezeichnet verstanden haben.

Selbstverständlich, dass das Ordnen des Archivs seine Zeit in Anspruch nehmen wird aber es wird eröffnet wie eine aufgehende Blume oder auch die Wahrheit für alle die, die die Geschichte der Stadt nicht aus einem, irgendwann mal geschriebenen Lehrbuch lernen wollen sondern aus verschiedenen, sogar von Historikern teilweise noch nicht angefassten Quellen.

Ich freue mich, dass sich die Stadtverwaltung andauernd für das Schicksal des Archivs interessierte. Es ist schon gesagt worden, dass man den Herrn Taraskevicius nicht überzeugen musste, wie wertvoll das Archiv ist. Unser jetzige Bürgermeister H. Vytautas Grubliauskas hat sich persönlich vorrangig um den Transport gekümmert. Das zeigt uns, dass sich die Satdt um ihre Geschichte kümmert und das zeugt davon, dass das Archiv in zuverlässigen Händen ist.

Die Bibliothek bedankt sich für sie Unterstützung bei Arunas Jonuška, Geschäftsführer von “Indorama”, bei Aivaras Antanavicius, Geschäftsführer UAB “Lemminkainen Lietuva”, bei Darius Anužis, Geschäftsführer UAB “Memelio miestas” und besonders bei Herrn Rimantas Taraškevicius.

Der Bundesvorstand informiert:

Februar 26th, 2012

 

Archiv der Arbeitsgemeinschaft der Memellandkreise e.V. ( A.d.M. )

 

Nach der Übernahme des Archivs von Helmut Berger in Cloppenburg im Jahr 2007 und dem damit verbundenen Umzug in die Räume der Firma Köhler nach Oldenburg, wird das Archiv von Herrn Günther Pietsch in Monheim betreut. Trotz gelegentlicher Hilfe von Frau Karin Gogolka und Herrn Werner Boes, der sich des kirchlichen Materials annahm, erweist sich die Digitalisierung und Erfassung des gesamten Materials durch eine Person als nicht enden wollende Arbeit. Helfer für Computerarbeiten vor Ort, die gleichzeitig zu bestimmten Zeiten im Archiv für Anfragen zur Verfügung ständen, fanden sich nicht. Betriebsbedingt mussten wir mit unserem Archiv im November 2010 von Oldenburg in die neue Betriebsstätte der Firma Köhler + Bracht nach Rastede/Wahnbek umziehen. Der erneute Umzug, wie auch die mehrmals im Jahr notwendigen mehrtägigen Aufenthalte im Archiv sind mit nicht unerheblichen Kosten verbunden. Im September 2006 wurde von der AdM ein Beschluss gefasst, aus Arbeits- und Finanzgründen, das Archiv der Universität in Memel zu übergeben, der dann jedoch rückgängig gemacht wurde, da eine Gruppe von Landsleuten Protest angemeldet hatten. Im Nachhinein sei angemerkt, dass von Seiten der Protestler weder eine Mithilfe für das Archiv, noch eine finanzielle Unterstützung gekommen ist. Der natürliche Abgang der Erlebnisgeneration, die Auflösung von Memellandgruppen und die immer rückläufigere Zahl von Abonnenten unserer Heimatzeitung “Memeler Dampfboot” sowie fehlende Spenden, sind Fakten, die uns, die Zukunft betreffend, im Vorstand schon lange beschäftigen. Ein großer und wichtiger Punkt ist hierbei im Besonderen auch der Verbleib unseres Archivs. Beim Besuch des Bundesvorstandes, dem Archivar und Kreisvertretern bei unseren Gruppen in Memel und Heydekrug im Dezember letzten Jahres hatten wir unter anderem dem damaligen Bürgermeister Taraskevicius einen Höflichkeitsbesuch abgestattet. Während unserer Gespräche ging beim Bürgermeister eine E-Mail von der Simonaitytes Bibliothek ein, die von unserem Aufenthalt in Memel hörte und in dem der Direktor, Herr Siksnelis, Interesse an unserem Archiv bekundete. Dies nahmen wir zum Anlass, noch am selben Tag der Bibliothek einen Besuch abzustatten, alle Räumlichkeiten und Hilfsmittel in Augenschein zu nehmen sowie erste Gespräche zu führen. Die Bibliothek befindet sich in der Gerlachschen Villa und im Neubau dahinter in der früheren Libauer Straße 6, heute Manto gatve 25. Die neuen, modernen, hellen Räumlichkeiten, die temperierten und staubfreien Magazine, die modernste elektronische Ausstattung und ein sehr professionelles Team von Mitarbeitern um den Direktor Herrn Siksnelis, das sehr um die Aufarbeitung der wahren geschichtlichen Vergangenheit des Memellandes bemüht ist, hat uns so sehr überzeugt, dass wir nach mehreren Gesprächen beider Parteien bei der letzten erweiterten Bundesvorstandsitzung den einstimmigen Beschluss gefasst haben, das Archiv als Dauerleihgabe der Simonaitytes Bibliothek zu übergeben. Das Archiv, das als Dauerleihgabe an die Bibliothek geht, wird dort weiter aufgearbeitet, digitalisiert und ins Internet gestellt, so dass ein jeder Zugriffsmöglichkeiten hat. Außerdem wird bei allen Veröffentlichungen darauf hingewiesen, dass es sich um Material der Arbeitsgemeinschaft der Memellandkreise e.V. handelt. Da die Bibliothek die stetige Unterstützung der Stadtverwaltung von Klaipeda (Memel), sowie vom litauischen Kulturministerium in Wilna erfährt, ist es uns um die Bestandssicherung unseres Archivs nicht bange. Außerdem hat jeder Besucher des Memellandes künftig die Gelegenheit, das Archiv in Memel in Augenschein zu nehmen. Wir sind fest davon überzeugt, mit dieser Entscheidung den richtigen Schritt für die Zukunftssicherung unseres Archivs getan zu haben. Die offizielle Übergabe mit Vertragsunterzeichnung findet am 5. oder 7. Oktober 2011 in der Simonaitytes-Bibliothek im Beisein des deutschen Botschafters in Wilna, dem Bürgermeister der Stadt Memel Herrn Grubliauskas, seinem Vorgänger R. Taraskevicius, dem Rektor der Memeler Universität, Historikern und Abgeordneten der Memeler Stadtverwaltung statt. Zeitgleich wird in der Bibliothek eine Ausstellung mit Exponaten unserer Arbeitsgemeinschaft der Memellandkreise e.V. eröffnet. Zu dieser Veranstaltung sind Sie recht herzlich eingeladen. Den genauen Zeitpunkt entnehmen Sie bitte der September-Ausgabe des Memeler Dampfbootes.

U.Jurgsties